epilepsie im alltag und beruf

epilepsie im alltag wird meistens nur in seinen auffallendsten form wahrgenommen, als sog. grand mal, der einhergeht mit zuckungen, geistesabwesenheit und verkrampfungen. daraus wird abgeleitet, dass der alltag von menschen mit epilepsie so aussieht und keine weiteren den nicht-epileptischen menschen gewohnten handlungen zulässt.

die berufliche situation sieht für menschen mit epilepsie nicht sehr gut aus. die arbeitslosenquote ist ca. zwei bis drei mal höher als der durchschnitt. dabei kann geregelte arbeit eher vor anfällen schützen, weil gleichmäßige belastung eine vermeidungsstrategie sein kann. rein statistisch haben epilepsiekranke nicht mehr arbeitsunfälle als ihre kolleginnen und kollegen. natürlich kann und muss das unfallrisiko vermieden werden, wenn die richtige arbeitsumgegend bzw. der maschineneinsatz berücksichtigt wird.

ähnlich verhält es sich auch im alltag. menschen mit epilepsie brauchen einen normalen alltag. oft setzt jedoch eine spirale ein: aus angst vor ablehnung und vorurteilen ziehen sie sich zurück und/oder bekommen depressionen. dies wiederum lässt sie nicht mehr am ganz normalen alltagsleben teilnehmen. dabei gibt es dazu keinen anlass. wenn die gesellschaft lernt, dass epilepsiekranke nichts anderes sind als normale menschen mit epilepsie, wäre die ganze sache kaum der rede wert. leider dauert es seine zeit, bis die über jahrhunderte entwickelten vorurteile widersprochen und abgebaut werden können.

einige prozesse sind für menschen mit epilepsie im alltag natürlich verändert. so ist zum beispiel das autofahren nur möglich, wenn kein anfallsrisiko besteht. dies ist allerdings auch nach art und anfall unterschiedlich geregelt. wenn sie sich genauer dafür interessieren, können sie hier die begutachtungsleitlinien einsehen.

es bleibt natürlich auch immer die aufgabe der betroffenen, sich mit ihrer epilepsie zu arrangieren und einen lösungsweg - bis hin zur heilung aktiv zu finden. dies kann sein:

  • akzeptanz der epilepsie
  • offenheit gegenüber kolleginnen und kollegen
  • gesunder lebenswandel
  • mitarbeit in selbsthilfegruppen etc.